Selbstbehauptung

In bestimmten Bereichen der Kriminalität befinden sich Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechtes in einer Opferrolle; z. B. Sexuelle Nötigung/schwere sexuelle Nötigung (Vergewaltigung), sexueller Missbrauch von Kindern und schwerer sexueller Missbrauch von Kindern. Viele dieser Straftaten laufen nach gleichen oder ähnlichen Mustern ab und könnten vielleicht bei einer Verhaltensänderung vermieden werden.

So haben Untersuchungen des Bundeskriminalamtes und der Polizei Hannover ergeben, dass Frauen, die sich gegen einen Sexualstraftäter wehren, eine große Chance haben, dass es nicht zur Vollendung der angestrebten Tat kommt. Dies führte zur Konzeption von Selbstbehauptungskursen für Frauen und Mädchen, die seit Beginn der Neunziger Jahre mit gutem Erfolg durchgeführt werden.

Selbstbehauptungskurse für MÄDCHEN

Ein Mädchen-Selbstbehauptungskurs wird in Kooperation mit einer Schule organisiert und durchgeführt und ist eine Schulveranstaltung. Jeder Mädchenkurs läuft entweder über 10 Wochen mit jeweils zwei Zeitstunden pro Woche oder es wird eine kompakte Kurswoche (5 Tage) mit drei Zeitstunden pro Tag durchgeführt. Da die Kursinhalte dem Alter entsprechend gewählt werden, sind die Schülerinnen entweder 12 – 14 oder 15 – 18 Jahre alt. Die Trainingssequenzen unterteilen sich in psychologische, sportliche und kriminologische Bereiche.

Im psychologischen Teil wird den Teilnehmerinnen durch Gesprächsrunden und Rollenspiele Selbststärkung vermittelt. Also, den eigenen Gefühlen zu vertrauen, Problemsituationen frühzeitig wahrzunehmen, die richtige Körperhaltung einzunehmen, die Stimme entsprechend einzusetzen und generell in der Lage zu sein, Grenzen zu setzen.
Im sportlichen Teil werden unter anderem einfache Schläge, Tritte und Befreiungstechniken aus den unterschiedlichsten Kampfsportarten vermittelt, die leicht erlernbar und sofort anwendbar sind.
Im kriminologischen Teil werden weitere wichtige Aspekte, z.B. Notwehrrechte, Gefahren im Internet, Verhalten bei Tanzveranstaltungen (KO-Tropfen) und vieles mehr besprochen und entsprechende Hilfsmittel der körperlichen Selbstverteidigung vorgestellt.

Die Mädchenkurse wurden erstmalig im Jahre 2002 im Rahmen einer Dissertation unter dem Thema „Sexualisierte Gewalt und ihre Prävention (Evaluation eines Konzeptes der Polizeilichen Kriminalprävention/Selbstbehauptungskurse für Mädchen)“ mit positivem Ergebnis evaluiert.

Selbstbehauptungskurse für FRAUEN

Jeder Kurs für Frauen läuft über 10 Wochen bei einem Zeitansatz von drei Stunden pro Woche. Der Kurs richtet sich an Frauen im Alter zwischen 18 und 59 Jahren. Die Inhalte der Trainingssequenzen unterteilen sich wie bei den Mädchenkursen in psychologische, sportliche und kriminologische Bereiche, die aber letztendlich miteinander verschmelzen und ein schlüssiges Ganzes ergeben.

Im psychologischen Teil wird den Teilnehmerinnen in Übungen und Rollenspielen Selbststärkung vermittelt (den eigenen Gefühlen vertrauen, frühzeitige Wahrnehmung, entsprechende Körperhaltung, Mimik, Gestik, Einsatz der Stimme etc.).
Im sportlichen Teil, der Selbstverteidigung, werden unter anderem einfache Schläge und Tritte sowie Befreiungstechniken aus den unterschiedlichsten Kampfsportarten vermittelt, die leicht erlernbar und sofort anwendbar sind. Das Erlernte wird mit Selbstverteidigungstrainern geübt.
Im kriminologischen Teil werden Täter-/Opferverhalten, Tatgelegenheiten und Tatsituationen besprochen und die Hilfsmittel der körperlichen Selbstverteidigung vorgestellt. Dabei gilt primär das Motto: „Gefahren erkennen, Gefahren vermeiden!“ Die Teilnehmerinnen werden von einem gemischtgeschlechtlichen Trainerteam aus den Sparten Kriminalpolizei (Kriminalbeamtin), Psychologie (Diplompsychologin) oder Pädagogik (Diplompädagogin) und Selbstverteidigung betreut.

Für weiter gehende Details wie Termine, Kosten, Ansprechpartner, Anmeldung, etc. bitte den unten aufgeführten, entsprechenden Link zu dem gewünschten Kursangebot anklicken, Sie werden auf die Website der Judoabteilung (www.judo-psv-bonn.de) geleitet:

Mädchenkurse
Frauenkurse